Was ist eigentlich ein Tragling und warum gehören Menschenbabys dazu?

Immer wieder nennen wir unsere Babys liebevoll „Traglinge“. Aber was genau heißt das eigentlich? Und weshalb gehören Menschenbabys auch dazu?

Den Begriff „Tragling“ gibt es eigentlich noch gar nicht so lange – erst seit knapp 50 Jahren. Davor haben die Wissenschaftler die Jungtiere der Wirbeltieren in nur zwei Arten aufgeteilt:

1. Nestlinge (oder Nesthocker) – Vögel und Nagetiere.

Sie kommen unreif zur Welt, blind und nackt und bleiben im Nest, bis sie ausgereift und selbstständig sind. Die Mutter verlässt das Nest, um Futter zu suchen, dabei bleiben die Kleinen stundenlang allein und warten auf Mutter und Nahrung. Sie verhalten sich leise, um nicht die Raubtiere anzulocken.

Nestlinge

 

2. Nestflüchter – Huftiere

Sie kommen komplett entwickelt zur Welt, ihre Augen und Ohren sind geöffnet, sie können nach kurzer Zeit ihrer Mutter – und somit ihre Nahrungsquelle – folgen.

Huftiere

 

Da es noch Tiere gab, die in keine von den beiden Gruppen passten – darunter auch Menschenbabys – hat Bernhard Hassenstein 1970 den dritten Typ des Jungtieres geprägt und zwar:

3. Tragling – hierzu gehören passive und aktive Traglinge:

3.1 Passive Traglinge – Beuteltiere. Nach einer kurzer Schwangerschaft kommen sie blind und nackt zur Welt, genauer gesagt in den Beutel der Mutter, um dort weiter zu reifen.

Passiver Tragling

 

3.2 Aktive Traglinge – Primaten. Sie haben eine deutlich längere Schwangerschaft, die Jungen kommen weit entwickelt zur Welt, haben funktionsfähige Sinnesorgane und meistens artgemäße Behaarung. Am Anfang halten sie sich durch den Klammer-Reflex (Moro-Reflex) am Fell vorne fest oder später reiten sie auf dem Rücken der Mutter.

Aktiver Tragling

 

Menschenbaby – Sonderfall des Traglings

Das Menschenbaby gehört ebenfalls zu den Traglingen, allerdings passt es nicht ganz eindeutig in einer von den zwei Untertypen des Types Tragling. Es wird zwar mit weit entwickelten Sinnesorganen geboren und hat Greif- und Klammer-Reflexe, doch sie sind nur als Relikt vorhanden und reichen nicht aus, um dauerhaft sein Körpergewicht zu tragen. Auch der Mutter fehlt das Fell. Sie können nur passiv auf dem Arm, in einer Babytrage oder in einem Tragetuch getragen werden. 

Tragt ihr eure Kinder auch von Anfang an? Auch bei Neugeborenen kann eine Tragehilfe gleich zum Einsatz kommen. Worauf du bei Tragen dann achten musst, erfährst Du hier.

Menschenbaby

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