Mit Baby auf Weltreise

Mit Baby auf Weltreise

Als der Wunsch für unsere große Reise aufkam, war unser Kind zwei Monate alt. Die Familienzeit fühlte sich zu wenig an und wir wollten mehr vom Leben - vor allem der Papa mehr von seinem Kind. Die Flugtickets hatten wir gebucht, als Finn sechs Monate alt war und mit zehn Monaten stieg er das erste Mal in ein Flugzeug...Seither haben wir zehn Flüge hinter uns und gemeinsam als Familie Südafrika, Borneo, Bali, Australien und Neuseeland bereist. Finn ist ein Weltenbummler und ein geborenes Reisebaby.

Ich bin Stefanie (27) von www.mamakompass.de und gemeinsam mit meinem Mann Stefan (26) und Finn (1) ging es im September 2018 los in unser großes Familienabenteuer. Vor der Geburt unseres Kindes habe ich im öffentlichen Dienst gearbeitet und für Finn zwei Jahre Elternzeit beantragt. Stefan hat von seinem Arbeitgeber unbezahlten Urlaub erhalten. Wir konnten uns also auch gedanklich gut von zu Hause frei machen und waren super glücklich, als wir anfangen konnten, unsere ersten Packlisten zu schreiben.

Mit Baby auf Weltreise

Wir sind auf Reisen, um mehr Zeit als Familie zu verbringen und verschiedene Lebensstile kennenzulernen. Vor allem die Begegnungen mit den Einheimischen und den verschiedenen Kulturen machen aus der Reise eine lebensverändernde Zeit.

Im Gepäck haben wir für Finn eine Trage, ein Tragetuch und einen Reisebuggy. Finn ist nicht unbedingt ein Kinderwagenliebhaber. Den Buggy haben wir lediglich mitgenommen, da er von Geburt an ein sehr großes Kind ist und wir ihn ab und zu ablegen können, wenn er in der Trage oder im Tuch eingeschlafen ist. Er liebt die körperliche Nähe während des Tragens und so wurde unser Motto auf Reisen: Unser Baby, wir tragen dich überall hin!
Auf den Tafelberg in Kapstadt, durch den malaiischen Regenwald, über die überfüllten Straßen Balis, während der weltweit bekannten Silvesternacht in Sydney und bis ans andere Ende der Welt - nach Neuseeland.

Alle anderen für uns notwendigen Dinge haben wir vor fünf Monaten in zwei Backpacks gepackt und durften feststellen, dass 'weniger tatsächlich manchmal mehr ist'. Wir brauchen nicht viel. Wir haben uns und wir genießen es, die Natur als Wohnzimmer zu haben.

Mit Baby auf Weltreise

Wir fliegen mit der Sonne und brauchen nur an windigen oder mal regnerischen Tagen unsere Schuhe und die warmen Pullover. Wir konnten zum ersten Mal im Dezember mit Flipflops durch neue Ortschaften laufen und haben das erste Mal Weihnachten im Warmen gefeiert. In der Weihnachtszeit waren wir an der australischen Ostküste mit unserem Camper unterwegs. Am Weihnachtsmorgen wurden wir auf dem Campingplatz in Byron Bay von einer australischen Familie eingeladen, mit ihnen und ihren Freunden Weihnachten am Strand mit BBQ und kühlen Getränken zu feiern. Die Männer spielten gemeinsam Fußball. Wir Frauen saßen mit unseren insgesamt fünf Kindern im Sand und zusammen hatten wir einfach eine unfassbar schöne Zeit. Für Finn ist es schön, sich immer wieder mit anderen Kindern in verschiedene Spielgruppen zusammenzuschließen. Immer wenn wir zusammen irgendwo am Strand sitzen, hat er schon neue Spielkameraden gefunden.

Wenn wir über die verschiedenen Länder nachdenken und was uns dort jeweils am meisten berührt hat, dann waren es zum einen doch immer die Gespräche mit den Menschen, die wir kennenlernen durften und zum anderen die Natur. In der Natur tickt die Uhr einfach noch ein kleines bisschen langsamer.

Weltreise mit Baby

Mit Kind reisen wir natürlich auch anders, als wir es zuvor ohne Kind gemacht haben. Wir bleiben länger an einem Ort und klappern nicht die vielen, bekannten Sehenswürdigkeiten ab. Wir verbringen stattdessen viel Zeit am Meer, im Sand oder in den Nationalparks, damit Finn immer wieder die Möglichkeit hat, sich auszutoben. Mit Kind kommen wir aber auch mehr in Kontakt mit Einheimischen. Auf unserer ersten Station in Südafrika hat sich jede Kassiererin mit uns unterhalten und jede Bedienung hat sich die Zeit genommen, Finn zum Lachen zu bringen. Es gab kaum jemanden, der an uns vorbeigelaufen ist, ohne uns ein Lächeln zu schenken oder Finn über die blonden Haare zu streicheln! Diese Offenheit war für uns tatsächlich eine ganz neue Erfahrung. Es war so wunderschön mitzuerleben, wie herzlich dort mit Kindern umgegangen wird.

Bei unseren täglichen Spaziergängen am Ufer entlang, wurden wir unzählige Male angesprochen, als sie gesehen haben, wie wir Finn getragen haben. Oft hatte mein Mann ihn in der Trage und für die Südafrikaner war das etwas ganz Neues. Sie kannten keine Tragehilfen und vor allem keine Männer, die ihre Kinder tragen. Das ist dort tatsächlich einfach noch Frauensache. Und auch wenn wir Finn vorne auf dem Bauch getragen haben, wurden wir oft angesprochen, ob es nicht zu anstrengend wäre: "Oh, is it comfortable?" Wir hatten uns mit Nelly angefreundet und sie hat mir die typische südafrikanische Bindeweise beigebracht. Die Frauen benutzen dort ein einfaches Badehandtuch und sie nehmen ihre Kinder schon nach wenigen Wochen auf den Rücken, weil einige von ihnen täglich längere Strecken zu Fuß zurücklegen müssen.

Weltreise mit Baby

Aber auch in den anderen Ländern haben wir eine Menge Aufmerksamkeit von den Einheimischen bekommen, einfach weil wir mit kleinem Kind unterwegs sind und ihnen wohl auch die blonden Haare und der sonnengebräunte Teint von Finn so gut gefällt.

Auf unserer zweiten Station in Malaysia haben wir in einem absolut untouristischen Ort gelebt. Immer, als wir auf dem wöchentlichen Markt herumschlenderten, konnten die Einwohner die Augen nicht von uns lassen. Sie sind auf uns zugekommen und wollten unbedingt ein Foto mit Finn machen oder seine nackigen Füße in die Hand nehmen.

Weltreise mit Baby

Auf Bali haben wir nur einen kurzen Zwischenstopp gemacht und selbst am ersten Tag konnten wir schon diesen ganz besonderen Bali-Flair aufsaugen. Finn hat direkt nach den ersten fünf Minuten in einem Lokal einen Blumenkranz gebastelt bekommen. Diese herzlichen Momente, die voller Liebe und Zuneigung entstanden sind, werden wir nie vergessen.

Anschließend ging es für uns weiter nach Australien. Dort hat uns diese durchgehende Gastfreundschaft jeden Tag auf's Neue einfach begeistert. Während wir mit dem Camper von Cairns nach Melbourne die Ostküste entlang fuhren, durften wir feststellen, wie familien- und kinderfreundlich dieses Land ist. In jedem Ort gibt es einen wunderschönen Spielplatz mit Toiletten und Trinkwasserspendern und ganz häufig sogar ein kostenloses, öffentliches Schwimmbad mit wunderschönen Liegewiesen. Am Tag vor der großen Silvesternacht in Sydney ist eine Mutter im Morgenmantel auf uns zugekommen, weil sie uns mit Baby im Camper gesehen hat und hat uns ganz spontan auf eine Dusche und einen Kaffee in ihr Haus eingeladen: "Ich bin auch Mutter und ich weiß wie schön eine warme Dusche am Morgen ist. Kommt rein, macht euch frisch und trinkt einen Kaffee mit uns".

Tragen unterwegs

Gerade sind wir in Neuseeland. Wir haben uns ein eigenes Auto gekauft und unser Kombi ist für drei Monate nicht nur unser Fortbewegungsmittel, sondern auch unser zu Hause. Wir können hinten zu dritt darin schlafen und bei schlechtem Wetter ist es auch mal unser Wohnzimmer. Wenn wir länger an einem Ort bleiben, schlagen wir unser Zelt auf. Wir genießen dieses ganz besondere Gefühl, mit der Natur verbunden zu sein. Seit einer Woche wachen wir jeden Morgen am Lake Hawea, einem atemberaubenden See in absoluter Natur, auf und wollen das Zelt einfach nicht zusammenpacken. Es ist zu schön hier. Wir sind mittlerweile mit unseren Nachbarn, die aus Italien, Kanada und Frankreich kommen, befreundet und haben jeden Abend die schönsten Gespräche über das Leben und Gott und die Welt.

In Neuseeland laufen wir die verschiedensten Wanderrouten. Gerade für die längeren Hikes zu Wasserfällen oder über spektakuläre Steinformationen, sind wir froh, die Full-Buckle-Trage von LIMAS dabei zu haben. Meistens trage ich den Tagesrucksack und mein Mann packt Finn auf seinen Rücken. Wir planen unsere Wanderungen immer so, dass Finn seinen zweistündigen Mittagsschlaf in der Trage machen kann. Dann genießen mein Mann und ich die gemeinsame Zeit, in der wir mitten in der Natur viel über unsere Träume und Wünsche reden können. Wir lieben diese ganz besondere Zeit am Tag. Die Natur lässt unseren Kopf klar werden.

Uns gefällt die Reise unbeschreiblich gut. Manchmal können wir es selbst kaum glauben, dass wir wirklich unseren Traum erfüllt haben und los sind. Das Rührendste ist, wenn ich meine beiden Männer anschaue, wie sie ihre ganz eigenen Rituale haben. Ich schaue so gerne zu, wie Finn mit seinem Papa Spiele spielt, die er nur mit ihm spielen möchte und wie die beiden auf Reisen nochmal eine ganz besondere Bindung aufbauen konnten. Einfach, weil sie die Zeit dazu haben. Wir sind froh, diesen Schritt gewagt zu haben. Was sich am Anfang als "mutig" angefühlt hat, ist mittlerweile halb so aufregend und fühlt sich völlig normal an.

LIMAS Flex unterwegs

Diese Auszeit hat außerdem noch andere schöne Dinge hervorgeholt. Ich habe auf Reisen meine Leidenschaft für das Schreiben wiederentdeckt. Wenn ich wie jetzt, von den bisher bereisten Ländern schreibe, ist es ein wunderschönes Aufarbeiten der Gedankenwelt. Ich merke gerade wieder, wie bereichernd unsere gemeinsame Familienzeit ist und dass Finn, während unserer Reise, von einem Baby zu einem Kleinkind herangewachsen ist.

Ich sitze hier mit meinem Laptop an einem traumhaften See in Neuseeland und bin so glücklich, für LIMAS von unserer Reise mit Kleinkind schreiben zu dürfen.

Die Geschichte hinter LIMAS inspiriert uns. Aus einer Leidenschaft heraus entstand etwas Großes. Die ganze Familie packt mit an und verfolgt zusammen die gleichen Träume. LIMAS wird mit jedem Jahr größer und bereichert immer mehr Familien, die mit den liebevoll genähten Tragen ihre Kinder überall hintragen - manchmal sogar bis ans andere Ende der Welt.

Zwei Monate verbringen wir nun noch in Neuseeland, bis es im April wieder zurück nach Hause geht. Wir freuen uns auf unsere Familien, Freunde und auf die vielen Hochzeiten, die im Sommer anstehen. Wir sind selbst gespannt, wann es dann wieder weiter geht. Es gibt noch so viele interessante Länder, die uns für unser Leben etwas mitgeben können.

Unser Baby, liebster Finn, in Melbourne am Flughafen hast du deine ersten Schritte gemacht und in Neuseeland das Laufen gelernt. Noch können dich deine kleinen Füße nicht überall hinführen. Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis deine Beine stark genug sind, dass du unsere Kraft nicht mehr brauchst. Bis es so weit ist, sind wir immer in deiner Nähe, um dich jederzeit in unsere Arme zu nehmen. Wir sind gespannt, wohin wir dich noch überall tragen dürfen!

Inzwischen sind Steffi, Finn und Stefan wieder gut in Deutschland gelandet und haben inspiriert von ihren Reiseerfahrungen neue Projekte in Angriff genommen. Möchtet Ihr mehr über die Reise oder Steffis Arbeit als Hypnobirthing Kursleiterin lesen, dann schaut doch mal auf Ihrer Seite vorbei. Oder lasst Euch bei Instagram von Ihren wunderschönen Fotos und Texten inspirieren.

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