6 Gründe, warum unsere Babys Traglinge sind

Mag dein Baby gerne getragen werden? Schläft es am liebsten auf Deinem Arm, auf Deinem Bauch oder ganz nah an Dich gekuschelt? Babys kommen genauso in die Welt wie vor Tausenden und sogar Millionen Jahren. Sie wissen nicht, dass wir mittlerweile in sicheren Wohnungen und Häusern leben – mit einbruchsicheren Türen und doppelverglasten Fenstern. Sie sind immer noch darauf «programmiert», in einer gefährlichen Umgebung zu leben und für ihr Überleben sorgen zu müssen. Dafür hat die Natur sie als «Traglinge» geschaffen. Hier kannst Du noch einmal nachlesen, warum man auch unsere menschlichen Babys als «Traglinge» bezeichnet. Heute möchten wir Dir 6 wichtige Gründe nennen, weshalb unsere Babys zum Tragen gemacht sind.

1. Reflexe

Dein Baby kann Dir noch nicht selbstständig folgen, besitzt jedoch sehr ausgeprägte Greif- und Klammerreflexe. Diese sind allerdings nur als Relikt vorhanden und können nicht das ganze Gewicht dauerhaft tragen, wie die Jungtiere der Primaten.

 Greif- und Klammerreflex

2. Hüftnachreifung

Die Hüftgelenke Deines Babys sind so angelegt, dass sie in der angehockten und gespreizten Position am besten ausreifen können. Babys mit Hüftdysplasie bekommen oft eine Schiene, die genau die Anhock-Spreiz-Position fixiert, die das Baby beim Tragen in einer richtig eingestellten Babytrage oder in einem korrekt gebundenen Tragetuch annimmt.

3. Anhock-Spreiz-Reaktion

Vielleicht ist es dir schon selbst aufgefallen: sobald Du Dein Baby nach oben hebst, winkelt es seine Beinchen von alleine an. Dieser «Hüftsitz» steckt unseren Säuglingen sozusagen in den Knochen.

4. Körperbau

Die Fußsohlen sowie die Schienbeine sind einander zugewandt, um sich festzuklammern. Und der noch sehr gerundete Rücken erlaubt Deinem kleinen Tragling, sich perfekt an Dich zu kuscheln.

Babyfüße

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5. Konaktweinen

Der Verdauungstrakt und der geringe Fettgehalt der Muttermilch sind ausgelegt auf viele kleine Mahlzeiten in kurzen Abständen. Ein abgelegter Säugling hätte zu Urzeiten den sicheren Tod bedeutet. Man weiß, dass ein Säugling, der sich verlassen fühlt, alle Energie darauf verwendet, seine Bezugsperson herbeizuholen. Der Mensch gilt außerdem als Frühgeburt. Er ist noch viele Monate nach der Geburt komplett auf Bezugspersonen, am Anfang in erster Linie auf eine, meist die Mutter, angewiesen.

 Geborgenheit

6. Das Tragen ist typisch «homo sapiens»

Da das Sesshaftwerden, dass das Ablegen des Säuglings erstmals sicherer machte, «erst» vor 10.000 – 12.000 Jahren geschah, die Evolution des Menschen aber schon Millionen von Jahren andauert, ist das Tragen immer noch in unseren Genen verankert. Es wirkt also nicht umsonst beruhigend auf das Kind.

Es hört und spürt den Herzschlag und die Atmung der Mutter, den es noch aus der Schwangerschaft kennt, und fühlt sich durch ihren unverkennbaren Geruch in Sicherheit.